Was mache ich bei einer Schleimbeutelentzündung? (Teil 1)

plötzlich unerträgliche Schmerzen in der Schulter…

Um kurz nach zwei Uhr früh wurde ich plötzlich wach. Ein stechender Schmerz fuhr plötzlich durch meinen Organismus und ließ mich hochschnellen. Das Zentrum, diesen stechenden Schmerz, lokalisierte ich im linken Schultergelenk. Genau dort, in der Schulter, auf der ich anscheinend gerade gelegen haben musste, spürte ich ein wildes Pochen und Ziehen, begleitet von einem Stecken, das von knapp unter der Oberfläche in Richtung Plexus, in Richtung Nervengeflecht in der Tiefe meiner linken Schulter ausstrahlte. Irgendwie schien ich mich trotz leichter Schulterschmerzen vor dem Einschlafen und meinem Vorhaben, die Nacht nur auf dem Rücken liegend zu verbringen, dann trotzdem irgendwann auf die linke Körperseite gedreht zu haben.

Je näher der Sonnenaufgang kam, desto mehr schmerzten der vordere und seitliche Teil der Schulter und desto heftiger wurde dieses Pochen. Die ganze Partie rund um die Schulterhöhe und Rabenschnabelfortsatz war extrem heiß und angeschwollen. An Schlafen war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Schon bald war ich mir ziemlich sicher, was ich mir da zugezogen hatte, aber dass das dies so dermaßen schmerzen konnte, hatte ich zuvor nie gedacht. Sobald ich dann vor dem morgendlichen Waschritual im Bad stand bestätigte sich leider meine Vermutung, dass ich Bekanntschaft mit meiner ersten Schleimbeutelentzündung gemacht hatte.

Schmerzen führen zu Bewegungseinschränkungen und verhindern Sport & Wettkampf

So sehr ich das auch wollte, ich war beim ersten Versuch weder imstande, mein Schlafshirt auszuziehen noch mir mit beiden Händen das Gesicht zu waschen. Nicht einmal eine minimale Drehung des Oberarmkopfes in der artikulierenden Schultergelenkspfanne war möglich, ohne dass der dabei entstehende Schmerz unerträglich war. Innerhalb eines halben Tages war keine Bewegung mehr möglich, ohne dabei sprichwörtlich aus der Haut zu fahren zu müssen. Innerhalb eines halben Tages stiegen die Schmerzen in meinem linken Schultergelenk ungefähr umgekehrter Proportion zum schwindenden Bewegungsumfang bis an die Grenze zur Unerträglichkeit an. Nachdem ich mich in einem neuerlichen Versuch unter jämmerlichem Winden aus meinem T-Shirt befreit hatte, sah ich im Spiegel auch das volle Ausmaß der Entzündung.

Der Bereich um dem processus corracoideus, unter dem sich eine bursa befindet trat in Größe eines halbierten Golfballes hervor, jene unter dem acromion nahezu in gleicher Ausdehnung. Allein dieser Anblick ließ mich die Teilnahme am Finale der Wiener Akademischen Meisterschaften im Bogenschießen, die in einer Woche stattfinden würden, gedanklich schon leidvoll streichen. Genauso kam es dann auch. Nicht nur diese sportliche Aktivität, sondern auch diverse andere in den folgenden Wochen sollten dieser lästig-langwierigen, hartnäckig-schmerzhaften, meine Geduld auf die Probe stellenden bursitis zum Opfer fallen.

Hatten Sie schon einmal mit einer Schleimbeutelentzündung zu tun? Diejenigen unter Ihnen, die bereits mit einer Schleimbeutelentzündung (lat.: bursitis) am eigenen Körper ertragen mussten, wissen, warum ich hier „ertragen“ schreibe.

In den folgenden Blogbeiträgen widme ich mich dieser quälenden Bewegungseinschränkung zuerst im allgemeinen und danach insbesondere am Beispiel meines linken Schultergelenkes. Ich zeige einige Behandlungsmöglichkeiten auf und taste mich schließlich zu den Ursachen (für meine Schleimbeutelentzündung) vor.

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